{"id":6765,"date":"2018-03-22T21:17:00","date_gmt":"2018-03-22T20:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rehwald-associates.com\/?p=6765"},"modified":"2024-08-29T21:20:50","modified_gmt":"2024-08-29T19:20:50","slug":"der-grosse-drahtseilakt-wie-haeufig-kandidaten-in-der-karriere-wechseln-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/der-grosse-drahtseilakt-wie-haeufig-kandidaten-in-der-karriere-wechseln-sollten\/","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Drahtseilakt: Wie h\u00e4ufig Kandidaten in der Karriere wechseln sollten"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Frage, wie h\u00e4ufig man in einer Karriere wechseln sollte, gleicht einem Drahtseilakt. \u201eWenn man zu h\u00e4ufig wechselt, wird einem Kontinuit\u00e4t und Loyalit\u00e4t abgesprochen und wenn man nicht h\u00e4ufig genug wechselt, wird einem abgesprochen, flexibel zu sein und sich auf neue Situationen einstellen zu k\u00f6nnen\u201c, warnt Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance &amp; Legal in Frankfurt. \u201eMan muss eine gesunde Mitte finden.\u201c Doch wie sieht dieser Drahtseilakt aus? Die Personalvermittler, mit denen wir gesprochen haben, wissen auch kein immer g\u00fcltiges Rezept. Allerdings gibt es wichtige Kriterien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alle guten Dinge sind drei<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eIch halte es nicht f\u00fcr ratsam, alle 24 Monate zu wechseln und so in acht Jahren auf vier Arbeitgeber zu kommen\u201c, sagt Headhunter Raphael Rosenfeld von Argos Advisors in M\u00fcnchen. Falls der Arbeitgeber den Mitarbeiter auch noch \u00fcber einen Personalberater einstellt und dessen Honorar bezahlen m\u00fcsse, w\u00fcrde so mancher Arbeitgeber sich gegen den Kandidaten entscheiden. \u201eAlle gute Dinge sind drei\u201c, meint Rosenfeld. \u201eWenn man alle drei Jahre wechselt, dann ist das in Ordnung. Es sollte aber immer eine gewisse Konstanz erkennbar sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Wechsel in drei Jahren h\u00e4lt Riske ebenfalls f\u00fcr einen guten Wert. Doch auch hierbei gilt es einiges zu beachten. \u201eWenn man ein, zwei kurze Stationen hinter sich hat, dann muss man sehr gut aufpassen, dass die dritte Station passt. Man muss mit der dritten Station die beiden kurzen Stationen gewisserma\u00dfen ausgleichen\u201c, empfiehlt Riske. Diese d\u00fcrfe dann auch schon mal f\u00fcnf Jahre oder l\u00e4nger dauern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAn irgendeiner Stelle sollten die Leute bewiesen haben, dass sie auch innerhalb einer Firma ein oder zwei Karriereschritte machen k\u00f6nnen\u201c, erg\u00e4nzt Rosenfeld. \u201eDies zeugt von Durchsetzungsverm\u00f6gen innerhalb bestehender Strukturen als auch von Anerkennung gegen\u00fcber dem Mitarbeiter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nach vielen Jahren bei demselben Arbeitgeber f\u00e4llt der Wechsel schwieriger<\/h2>\n\n\n\n<p>Allerdings kann sich auch eine langj\u00e4hrige Unternehmenszugeh\u00f6rigkeit zu einem veritablen Karrierehindernis entwickeln. So beobachtet Rosenfeld immer wieder, dass es Kandidaten nach zehn Jahren in dem gleichen Gro\u00dfunternehmen schwer falle, sich in ein neues, vielleicht auch noch kleineres Unternehmen einzufinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Riske empfiehlt innerhalb von zehn Jahren mindestens einen Wechsel. Zwar g\u00e4be es auch Arbeitnehmer, die bei einem Unternehmen voll zufrieden sind und alles klaglos laufe, doch ohne Wechsel w\u00fcrden Angestellte oftmals unwissend ein Risiko eingehen. Wenn es zu einer Restrukturierung komme und sich diese Mitarbeiter \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 neuorientieren m\u00fcssten, dann werde ihnen die erforderliche Flexibilit\u00e4t abgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin Wechsel in zehn Jahren stellt eine Art von Versicherung dar. Man erwirbt neue Skills und zeigt, dass man eine gewisse Flexibilit\u00e4t mitbringt\u201c, erl\u00e4utert Riske. \u201eWenn man 20 Jahre bei demselben Institut verbracht hat, dann wird einem Kandidaten unterstellt, unflexibel geworden zu sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufigkeit der Wechsel sollte im Karriereverlauf abnehmen<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eWenn jemand sich am Anfang seiner Karriere befindet, dann kann eine Station auch einmal etwas k\u00fcrzer ausfallen; dann testet man noch etwas aus\u201c, meint Riske.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr Rosenfeld ist es vollkommen in Ordnung, wenn sich jemand nach zwei Jahren im ersten Job nach einer neuen Herausforderung umschaut. \u201eDie Wechselh\u00e4ufigkeit sollte im Lauf der Karriere abnehmen\u201c, empfiehlt Rosenfeld.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Wechsel muss sinnvoll sein<\/h2>\n\n\n\n<p>Headhunter Manuel Rehwald von Rehwald Associates in K\u00f6nigstein r\u00e4t von Wechseln aus rein finanziellen Gr\u00fcnden ab: \u201eNur f\u00fcr ein bisschen mehr Geld sollten Kandidaten nicht wechseln \u2013 vor allem, wenn das Unternehmen schlechter dasteht oder Produkte mit m\u00e4\u00dfiger Performance anbietet.\u201c Ohnehin w\u00fcrden sich seit der Finanzkrise immer mehr Finanzprofis \u2013 darunter auch zunehmend Investmentbanker \u2013 einen Wechsel ganz genau \u00fcberlegen. \u201eIch sehe den Trend, dass die Menschen immer seltener wegen des Geldes wechseln und immer st\u00e4rker auf eine langfristige Perspektive achten\u201c, sagt Rehwald. \u201eMan sollte nur f\u00fcr einen Karriereschritt oder eine Lernkurve wechseln.\u201c Dies k\u00f6nne z.B. in der \u00dcbernahme von mehr Verantwortung oder dem Umgang mit neuen Produkten bestehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Wechselh\u00e4ufigkeit h\u00e4ngt auch vom Profil ab<\/h2>\n\n\n\n<p>Laut Rehwald h\u00e4nge es von der T\u00e4tigkeit ab, wie h\u00e4ufig ein Jobwechsel sinnvoll ist. So spiele Langfristigkeit und Loyalit\u00e4t im Wealth Management tendenziell eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als im Investmentbanking. Allerdings beobachte Rehwald auch dort die Tendenz zu einem l\u00e4ngerfristigeren Engagement.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz \u00e4hnlich sieht dies Riske: \u201eMan findet deutliche Unterschiede zwischen der \u201aGeneral Industry\u2018 und \u201aFinancial Services\u2018.\u201c In der Finanzdienstleistungen fielen die Wechsel h\u00e4ufiger als in den \u00fcbrigen Branchen aus. Auch steige die Wechselh\u00e4ufigkeit in Sektoren, in denen ein Fachkr\u00e4ftemangel herrsche. \u201eWo mehr gesucht wird, wird auch mehr gewechselt\u201c, beobachtet Riske. \u201eDie Arbeitgeber f\u00f6rdern dies, indem sie den Kandidaten die gro\u00dfe Karotte in Gestalt von mehr Geld unter die Nase halten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das untersch\u00e4tzte Risiko<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach Riskes Erfahrungen w\u00fcrden viele Kandidaten das Risiko eines Jobwechsels untersch\u00e4tzen. Sicher sei bei einem Wechsel ein Gehaltsaufschlag von 15 bis 20 Prozent \u00fcblich. \u201eAllerdings handelt es sich dabei um eine Art Risikopr\u00e4mie\u201c, warnt Riske. Der neue Arbeitgeber k\u00f6nne in wirtschaftliche Schieflage geraten, es k\u00f6nnten Restrukturierungen anstehen, man selbst die Erwartungen nicht erf\u00fcllen oder einfach nur der Chef wechseln. \u201eLetztendlich wei\u00df man erst, woran man ist, wenn man bei dem Unternehmen angefangen hat\u201c, gibt Riske zu bedenken. Wenn es bei dem neuen Arbeitgeber nicht wie erhofft laufe und man sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen m\u00fcsse, dann habe man schon zwei Wechsel im Lebenslauf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der schwarze Peter liegt beim Kandidaten<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eWenn Sie zu h\u00e4ufig wechseln, dann m\u00fcssen sie sich rechtfertigen\u201c, warnt Riske. Auch wenn es gute Gr\u00fcnde f\u00fcr den Wechsel gebe, die mit der Pers\u00f6nlichkeit des Kandidaten nicht zusammenhingen, bleibe doch immer ein negativer Eindruck h\u00e4ngen. \u201eDer Deutsche neigt dazu, eher skeptisch zu sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\" style=\"grid-template-columns:19% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"458\" height=\"458\" src=\"https:\/\/rehwald-associates.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ra-team-manuel-rehwald-1.jpg\" alt=\"Manuel Rehwald, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Rehwald Associates\" class=\"wp-image-6639 size-full\" srcset=\"https:\/\/rehwald-associates.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ra-team-manuel-rehwald-1.jpg 458w, https:\/\/rehwald-associates.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ra-team-manuel-rehwald-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/rehwald-associates.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ra-team-manuel-rehwald-1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 458px) 100vw, 458px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><strong><em>Manuel Rehwald<\/em><br><\/strong><em>Managing Director, Rehwald Associates<\/em> <em>GmbH<\/em><br><div class=\"team-socials\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/manue\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"fab fa-linkedin-in\"><\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/profile\/Manuel_Rehwald\/web_profiles\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"fab fa-xing\"><\/span><\/a><\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage, wie h\u00e4ufig man in einer Karriere wechseln sollte, gleicht einem Drahtseilakt. \u201eWenn man zu h\u00e4ufig wechselt, wird einem Kontinuit\u00e4t und Loyalit\u00e4t abgesprochen und wenn man [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6766,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62,61],"tags":[],"class_list":["post-6765","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeines","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6765","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6765"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6765\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6768,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6765\/revisions\/6768"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6765"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6765"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rehwald-associates.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6765"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}